Ein Refraktor (Linsenteleskop) ist ein schlankes, elegant aussehendes Teleskop mit einer Linse aus geschliffenem Glas am himmelwärts zeigenden Ende des Teleskops. Diese Linse bündelt das einfallende Licht bis zum Brennpunkt am Okularauszug. Im Inneren des geschlossenen Tubus sorgen mehrere Blenden in genau berechneten Abständen für eine kontrastreiche Abbildung im Okular. Die Tubuslänge entspricht der Brennweite der Linse.
Die blasen- und spannungsfreie Herstellung des Glasblockes, aus dem die Linse geschliffen wird, ist genau wie das Schleifen der Linse ein sehr kostspieliger und aufwendiger Vorgang.
Das weiße Licht der Sterne besteht eigentlich wie das Licht unserer Sonne aus sehr vielen unterschiedlichen Farben. Glas bricht jede Farbe anders. Beim Blick durch ein Teleskop mit nur einer Linse sieht man daher immer einen bunten Ring um den beobachteten hellen Stern. Um diesen Ring zu minimieren, haben moderne Linsenteleskope mindestens 2 Linsen aus unterschiedlichen Glassorten, die sehr genau geschliffen und zueinander ausgerichtet sein müssen. Daher sind Linsenteleskope prinzipiell teurer als Spiegelteleskope, bei gleicher Öffnung.
Refraktor, Linsenteleskop
Bei einem Spiegelteleskop wird das Licht durch einen metallbedampften Hauptspiegel am endwärts sitzenden Ende des Teleskopes reflektiert und über einen weiteren Spiegel, den sogenannten Fangspiegel, am himmelwärts sitzenden Ende des Teleskopes zum Okular gelenkt.
Bei Spiegelteleskopen unterscheidet man 2 prinzipielle Bausysteme: Newtonteleskope oder Cassegrainteleskope.
Newton Spiegelteleskop
Cassegrain Spiegelteleskop
Der plane Fangspiegel des Newtonteleskops sitzt in einem Winkel von 45° auf der optischen Achse. Er wird von der sogenannten Fangspiegelspinne gehalten und lenkt das gebündelte Licht seitlich aus dem Tubus in den Okularauszug. Der Einblick in das Okular erfolgt also nahe der himmelwärts zeigenden Teleskopöffnung. Die Tubuslänge entspricht der Brennweite des Hauptspiegels. Newtonteleskope haben durch ihren einfachen Aufbau ein sehr gutes Preis- Leistungsverhältnis. Durch die lange Bauart sind sie jedoch nur bedingt reisetauglich. An hellen Sternen ergeben sich durch die Fangspiegelspinne sog. “Spikes” - feine helle Linien, die von Sternen ausgehen.
M45, aufgenommen mit einem Spiegelteleskop. An den Sternen erkennt man die “Spikes”.
Der Fangspiegel eines Cassegrainteleskops reflektiert das gebündelte Licht vom Hauptspiegel im Inneren des Tubus zurück und durch ein Loch im Hauptspiegel in den Okularauszug. Dadurch verkürzt sich die Tubuslänge um 50%. Cassegrainteleskope sind gedrungen wirkende Teleskope. Durch die kürzere Bauform sind sie jedoch auf kleinerem Raum unterzubringen und daher weites gehend reisetauglich. Auch Cassegrainteleskope erzeugen "Spikes" an hellen Sternen. Der Einblick in das Okular erfolgt an der erdwärts zeigenden Seite des Teleskops.
Ersetzt man den planen Fangspiegel durch einen weiteren Hohlspiegel, so kann die Tubuslänge weiter reduziert werden. Ersetzt man zudem noch die Fangspiegelspinne durch eine Glasplatte, erhält man ein geschlossenens Teleskop, welches sehr kompakt und reisetauglich ist. Ein solches Teleskop bezeichnet man als Schmidt-Cassegrain oder Maksutov. Hier ergeben sich keine Spikes bei der Sternenbeobachtung. Durch das zusätzliche Gewicht der Glasplatte ist dieser Typ Teleskop jedoch deutlich schwerer als ein offenes Spiegelteleskop.